Der Garten des Himmlischen Friedens

Wer sich durch den löwenbewachten Eingang traut, dem eröffnet sich inmitten der hektischen Großstadt eine Welt voller Ruhe, Schönheit und Harmonie. Der jaspisgrüne Teich fällt sofort ins Auge, genauso der Wasserfall, die beiden Brücken und der Pavillon. Folgt man den verschlungenen Pfaden oder erklimmt den südlich gelegenen Hügel, entdeckt man Schriftzeichen, Statuen, Gräser und Steine. Hier hat jedes Element eine Bedeutung, nichts ist zufällig. Seinen Namen erhielt der 1989 eröffnete Garten in Gedenken an das Tian’anmen-Massaker in Peking, bei dem die studentische Demokratiebewegung beim „Platz am Tor des Himmlischen Friedens“ gewaltsam niedergeschlagen wurde.

Diese schöne Stadtnische hat uns Tara gezeigt.

Stadtnischen: Wer bist du?

Tara: Ich bin Tara, komme aus dem Iran und bin mit 27 Jahren nach Deutschland gezogen. Ich habe lange in der IT-Branche gearbeitet, bis ich sehr krank wurde. Die Krankheit hat mich dazu gebracht, mich zu fragen: Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Wofür stehe ich morgens auf? Meine Antwort: Yoga! Also habe ich eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin gemacht, in Australien, wo meine Schwester wohnt. Heute habe ich ein eigenes Yogastudio in Frankfurt, ganz in der Nähe des Garten des Himmlischen Friedens.

Stadtnischen: Was ist für dich besonders an deiner Stadtnische?

Tara: Mich erinnert der Ort an einen chinesischen Garten in Australien, den ich immer gerne besucht habe. Dieser Garten ist so klein und hat trotzdem so viel zu bieten. Wenn man genauer hinschaut, entdeckt man einige besondere Details: Im Teich verstecken sich zum Beispiel richtige Monsterfische! Meistens ist hier viel los, und trotzdem findet man immer eine ruhige Ecke. Wie im echten Leben. Direkt gegenüber ist das Café Mellow Yellow. Das verbinde ich gerne mit einem Besuch im Garten, denn es gibt dort richtig leckeres Essen in einer gemütlichen Atmosphäre.