Die Mainfähre zwischen Höchst und Schwanheim

Sieben Gulden soll es den Fährmann Jost Ferg im Jahre 1623 gekostet haben, das Recht zu erwerben, eine Fähre zwischen Schwanheim und Höchst zu betreiben. Heute wird die Mainfähre vom Schiffsführer und Pächter Sven Junghans betrieben und befördert jeden Tag außer mittwochs etliche Personen und Fahrräder über den Main. Sie ist die letzte aktive Fähre im Frankfurter Stadtbezirk und gehört mittlerweile zum Frankfurter Grüngürtel.

Diese schöne Stadtnische hat uns Eberhard gezeigt.

Stadtnischen: Wer bist du?

Eberhard: Ich bin Eberhard und wohne am Waldrand von Niederrad. Meine Großfamilie hat lange in Höchst gelebt, wo ich auch geboren bin. Daher verbinden mich viele Erinnerungen mit dieser Gegend. Heute fahre ich immer, wenn es die Zeit erlaubt, mit meinem Fahrrad von Niederrad über Goldstein und Schwanheim und deren Felder zum Anlegeplatz der Höchster Mainfähre. Mit der Fähre habe ich schon als Kleinkind den Fluss mit meinen Eltern überquert. Neben dem Anlegeplatz steht eine Bank, auf der man in aller Stille die Zeit verbringen kann. Für mich ein besinnlicher Ort, mein liebster Platz in Frankfurt. Hier strahlt der Main eine wunderbare Ruhe aus. Tankschiffe, Hotelschiffe und Ruderboote ziehen fast geräuschlos vorbei.

Stadtnischen: Was ist für dich besonders an deiner Stadtnische?

Eberhard: Wenn ich auf der Bank sitze und auf die andere Mainseite blicke, werden zahlreiche Erinnerungen aus meiner Kindheit wach. Im heutigen Hotel „Höchster Hof“ stand früher das Restaurant „Deutsche Eiche“, das meinem Großvater gehört hat. Hier fanden in einem Tanzsaal unmittelbar nach dem Krieg große Musik- und Tanzveranstaltungen statt. Als 9-Jähriger hörte ich zum ersten Mal Jazzmusik. Mein Vater, der in der Kapelle mitspielte, stellte sich um von Volksliedern und Walzern, wie sie in Deutschland üblich waren, auf Boogie-Woogie und Swing. Auf dem Hof blühte der übliche Schwarzmarkt und im Bolongaro-Palast lernte ich bei einer Konzertpianistin Klavier spielen. Viele Erinnerungen sind bis heute geblieben und laufen wie ein Film ab. Ich blicke mit einer gewissen Sehnsucht in meine Vergangenheit.